Als Kardiomyopathien bezeichnet man in der Medizin verschiedene Herzmuskelerkrankungen. Dabei wird zwischen primären und sekundären Herzmuskelerkrankungen unterschieden. Ursachen können etwa eine Myokarditis, Herzrhythmusstörrungen oder Herzklopfen sein. Kardiomyopathien gehen in der Regel mit einer Ausweitung oder Verdickung des Herzmuskels einher.

Mithilfe des Begriffs Kardiomyopathie werden unterschiedliche Erkrankungen des Herzmuskels benannt, die wiederum entweder zu einer Verdickung oder zu einer Ausweitung des Herzmuskels führen. Das Erscheinungsbild der Herzmuskelerkrankung kann dabei in völlig unterschiedlichen Formen auftreten.

Welche Arten der Kardiomyopathie gibt es?

Im Grunde gibt es zwei unterschiedliche Herzmuskelerkrankungen (Myokardiopathie).

Primäre Herzmuskelerkrankungen

Zum einen gibt es die primären Herzmuskelerkrankungen, diese schließen sämtliche Erkrankungen bezüglich des Herzmuskels mit ein. Wobei der Herzmuskel selbst die eigentliche Grunderkrankung darstellt. Primäre Herzmuskelerkrankungen können sowohl von Geburt an vorhanden sein, aber auch sich im Laufe eines Lebens entwickeln. Darüber hinaus kann es auch gehäuft zu Mischformen kommen.

Sekundäre Herzmuskelerkrankungen

Zum anderen wurde auch der Begriff der sekundären Herzmuskelerkrankungen eingeführt, dieser wiederum zeigt sich als Folge in Bezug auf die Erkrankung eines weiteren Organsystems.

Beispielsweise können die Auslöser für eine sekundäre Herzmuskelerkrankung Strahleneinwirkung, Medikamente, Giftstoffe darunter Kobalt, Arsen oder Alkohol sein, aber auch eine Pilzinfektion, bakterielle Infektion oder virale Infektion können eine Herzbeteiligung herbeiführen.

Darüber hinaus gehören sowohl Stress, rheumatische als auch endokrine Erkrankungen zu den Ursachen. Aber auch mögliche Speichererkrankungen wie zum Beispiel Amyloidose können zu einer Herzerkrankung führen.

Mögliche Ursachen im Überblick:

  • Medikamente
  • Strahleneinwirkung
  • Giftstoffe
  • Infektionen durch Pilze
  • Infektionen durch Bakterien
  • Infektionen durch Viren

Dilatative Kardiomyopathie

Die dilatative Kardiomyopathie, auch DCM genannt, gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Herzens. Dabei erkranken insbesondere Männer im Alter von zwanzig bis fünfzig Jahren beinahe doppelt so oft an DCM als Frauen.

Das Krankheitsbild der dilatativen Kardiomyopathie äußert sich dabei in einem vergrößerten Herzen sowie in der Ausweitung bzw. Ausdünnung einer der Ventrikel. Infolgedessen erhält der Herzmuskel weniger Kraft für die benötigte Kontraktion, sodass sich das Herz während der Ausströmungsphase, der sogenannten Systole, ungenügend zusammenzieht. Somit wird die Pumpleistung des Herzens geschwächt, sodass weniger Blut in den Organismus gelangt. Folglich nimmt auch die Leistungsfähigkeit des Herzmuskels ab.

Die häufigsten Ursachen für diese Form der Kardiomyopathie sind eine abgelaufene Herzmuskelentzündung oder Alkoholmissbrauch.

Welche Ursachen liegen bei der DCM vor?

Bei einem Großteil der Betroffenen ist die Ursache der Erkrankung unbekannt. Wohingegen bei einem Viertel aller Erkrankten eine familiäre Häufigkeit auftritt. Aber auch virale Infektionen sowie Autoimmunerkrankungen können Auslöser für die dilatative Kardiomyopathie sein. Wobei oftmals auch der Lebensstil eine wichtige Rolle spielt, da es vermehrt bei Drogen- sowie Alkoholkonsum zu DCM Erkrankungen kommt. Doch auch spezielle Chemotherapeutika erhöhen das Risiko möglicherweise an dilatativer Kardiomyopathie zu erkranken.

Welche Symptome gehen mit DCM einher?

Häufig leiden die Betroffenen unter Müdigkeit, Atemnot oder Herzrhythmusstörungen. Aber auch die körperliche Leistung nimmt ab. Darüber hinaus kann es zu Flüssigkeitseinlagerungen, sogenannten Ödemen, sowohl in den Lungen als auch in den Beinen kommen.

Hypertrophe Kardiomyopathie

Die hypertrophe Kardiomyopathie ist oftmals unter der Abkürzung HCM bekannt. Sie bezieht sich dabei auf die Verdickung des Herzmuskels in Bezug auf den linken Ventrikel. Infolgedessen werden die Herzmuskelzellen vergrößert, sodass das Füllen der Ventrikel eingeschränkt wird. Damit wird letzten Endes das Abfließen des Blutes in die Aorta behindert.

Genauer gesagt kommt es nicht zu einer enormen Größenzunahme in Bezug auf das Herz, doch benötigt der Körper zum Pumpen des Blutes um einiges mehr Kraft als im Normalfall.

Welche Ursachen liegen bei der HCM vor?

Knapp siebzig Prozent der HCM Erkrankungen sind genetisch bedingt. Dabei sind die Herzmuskelzellen aufgrund der genetischen Veranlagung falsch angeordnet. Infolgedessen variiert der Verlauf der Erkrankung sehr stark, so gibt es Betroffene, die ihr ganzes Leben hinweg beschwerdefrei leben, wohingegen andere aufgrund des HCM möglicherweise einen plötzlichen Herztod erleiden.

Welche Symptome gehen mit HCM einher?

Zu den häufigsten Symptomen gehören zum einen: Herzrhythmusstörungen, Herzklopfen sowie Herzrasen und Schwindel. Wobei bei Belastungen viele Betroffene oftmals auch unter Brustschmerzen oder Atemnot leiden sowie unter kurzen Schüben der Bewusstlosigkeit.

Allerdings sind diese Symptome eher selten, da ein Großteil der HCM-Erkrankten beschwerdefrei leben kann. Zum plötzlichen Herztod wiederum kommt es bei ungefähr ein bis drei Prozent der Fälle, oftmals zurückzuführen auf Herzrhythmusstörungen. Insbesondere bei jungen und beschwerdefreien Menschen tritt HCM aufgrund von physisch starker Belastung auf.

Restriktive Kardiomyopathie

Mit der restriktiven Kardiomyopathie wird das Füllen der Ventrikel erschwert, da die Dehnbarkeit bezüglich der Herzkammerwände mit RCM beeinträchtigt wird. Dabei ist die Pumpfunktion des Herzmuskels intakt, einzig die Dehnstörung ist für das wenige Blut, das in die Ventrikel gelangt verantwortlich. Infolgedessen kann der Körper nicht mit genügend Blut versorgt werden.

Die Ursache der restriktiven Kardiomyopathie findet sich in der vermehrten Abwehrzellen Produktion bezüglich des Immunsystems, sodass sich im Herzmuskel eine sogenannte Myokarditis entwickelt. Aber auch die dickere Herzinnenhaut sowie die Eiweißstoff-Einlagerung im Herzmuskel können die Auslöser des RCM sein.

Bei der RCM handelt es sich darüber hinaus um eine eher seltenere Form der Kardiomyopathie. Dabei zeigt der Betroffene folgende Symptome: Atemnot, Leistungsminderung sowie Wasseransammlungen in den Lungenflügeln und im Gewebe.

Arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie

Mit der arrhythmogenen rechtsventrikulären Kardiomyopathie ist ein Abbau bezüglich der Herzmuskelzellen des rechten Ventrikels zu beobachten. Dabei wird der Muskel durch Bindegewebs- sowie Fettzellen ersetzt, sodass im Laufe der Erkrankung vermehrt Herzrhythmusstörungen auftreten können.

Betroffen sind doppelt so viele Männer als Frauen und zeigt sich zumeist zwischen dem Zehnten und Vierzigsten Lebensjahr. Die Symptome können dabei zwischen Herzrasen und -klopfen sowie Schwindel kurzzeitiger Bewusstlosigkeit variieren.

Diagnose

Es gibt unterschiedliche Methoden, um Kardiomyopathien zu diagnostizieren. Häufig tritt bei Betroffenen eine Anamnese auf, das heißt darunter fallen Kurzatmigkeit, Leistungsschwäche aber auch schnellere Ermüdbarkeit. Darüber hinaus hört der Arzt im Zuge der körperlichen Untersuchung das Herz sowie die Lunge ab. Aber auch Laboruntersuchungen, EKGs sowie Ultraschalluntersuchungen werden vorgenommen. Mithilfe eines Röntgenbildes kann des Weiteren auch die Vergrößerung des Herzens festgestellt werden. In manchen Fällen wird auch eine Punktion des Herzmuskels eingesetzt, damit eine Gewebeprobe entnommen werden kann.

Für fachkundige Informationen sollten Sie sich unbedingt direkt an einen Arzt wenden! Alle Angaben und Informationen sind ohne Gewähr.