Ein Herzinfarkt (medizinisch auch Myokardinfarkt genannt) bezeichnet einen akuten Herzanfall, meist als Folge einer Herzerkrankung. Dieser kann lebensbedrohlich sein, was sofortige medizinische Behandlungen erfordert. Typische Symptome für einen Infarkt sind etwa starke, anhaltende Schmerzen hinter dem Brustbein, die häufig in den linken Arm ausstrahlen.

Laut medizinischer Statistiken gilt der Herzinfarkt (Myokardinfarkt) in den Industriestaaten als verhältnismäßig häufigste Todesursache. Das lebensbedrohliche Krankheitsbild wird durch einen akuten Verschluss der Herzkranzgefäße ausgelöst, die für die Blutversorgung des menschlichen Herzmuskels verantwortlich sind.

Das Herz ist von zwei Kranzgefäßen durchzogen, die sich in unzählige kleine Gefäßverästelungen aufgliedern. Im gesunden Zustand leiten die einzelnen Gefäße ausreichend Blut durch die feingliedrigen Gefäße und versorgen den Herzmuskel permanent mit dem roten "Lebenselixier".

Ursachen für einen Herzinfarkt

Ist eines der Gefäße verstopft, wird es nicht mehr angemessen durchblutet und erhält weder Sauerstoff noch Nährstoffe. Das nicht mehr beziehungsweise unzureichend durchblutete Gefäß stirbt ab, während der Gefäßverschluss unmittelbar die Pumpleistung des Herzens mindert und gefährliche Rhythmusstörungen in Erscheinung treten lässt. Wissenschaftliche Studien belegen, dass 4 von 5 Herzinfarktpatienten einen Gefäßverschluss in Regionen der Kranzgefäße aufweisen, die keine oder relativ geringe Verengungen der einzelnen Herzkranzgefäße erkennen lassen. Diese Beobachtung stützt die These, dass der Herzinfarkt medizinische Ursachen haben muss, die nicht auf Gefäßverengungen zurückzuführen sind.

Körperliche Inaktivität und schlechte Lebensgewohnheiten befeuern körpereigene Entzündungen, die massiv die Wahrscheinlichkeit für ein Infarkt maximieren.

Ein Herzanfall oder Myokardinfarkt kann auch als Folgeerkrankung einer Herzmuskelentzündung auftreten.

Verengte und verstopfte Gefäße

Demnach begünstigen Entzündungsreaktionen in den Herzkranzgefäßen und eine erhöhte Blutgerinnung signifikant die Entstehung eines Herzinfarktes. Ein gesteigerter Cholesterinspiegel mit einer hohen LDL- Konzentration, Rauchen, schlechte Ernährungsangewohnheiten und Bewegungsmangel sind als bedeutendste Auslöser bzw. Risikofaktoren für einen Herzinfarkt identifiziert. LDL- Partikel, die Proteine enthalten an die Cholesterinmoleküle gekoppelt sind, werden konstant durch den Blutkreislauf befördert.

Risikofaktoren sorgen dafür, dass die Fettmoleküle sich dauerhaft in den Gefäßinnenwänden der Herzkranzgefäße absetzen, und sich eingelagert in die Arterienwände chemisch verändern bzw. oxidieren. Diese Oxidation ruft körpereigene Entzündungsprozesse hervor, die Makrophagen anlockt. Diese weißen Blutkörperchen fungieren als " Fresszellen" des menschlichen Immunsystems und nehmen die Fettmoleküle auf. Der Verdauungsmechanismus der Makrophagen wandelt die LDL- Partikel in "Schaumzellen" um.

Die verdauten Cholesterin- Moleküle verschmelzen somit mit Bruchstücken abgestorbener Zellen zu einer fettreichen Ablagerung; der Plaque. Eine hauchdünne Zellschicht trennt die fetthaltige Ablagerung von der Blutbahn. Reißt diese schützende Schicht ein, stimuliert das freiliegende fettreiche Material sofort den Gerinnungsmechanismus des Blutes. Umgehend lagern sich Thrombozyten beziehungsweise weiße Blutplättchen an der betroffenen Stelle an und formieren sich innerhalb weniger Minuten zu einem Gerinnsel aus Zellen und Fibrinfäden. Dieses bildet einen Pfropf und verstopft das jeweilige Herzkranzgefäß. Das direkt unter dem Pfropf liegende Muskelgewebe wird in der Folge nicht mehr mit Blut versorgt. Das undurchblutete Gewebe stirbt ab und ruft als Reaktion die klinischen Merkmale des Herzinfarktes hervor.

Symptome

Ein Herzinfarkt ist grundsätzlich als medizinischer Notfall zu verstehen, der mit einer akuten Lebensgefahr einhergeht.

Das Krankheitsbild äußert sich über spezifische Merkmale, die in unterschiedlicher Ausprägung auftreten können. Zudem löst ein Herzinfarkt nicht immer sämtliche charakteristischen Beschwerden eines Gefäßverschlusses aus. Daher kann ein Infarkt im Einzelfall auch schmerzfrei sein. Registrieren Betroffene typische Anzeichen für einen Herzinfarkt, ist umgehend der Notarzt zu alarmieren, um lebensrettende medizinische Maßnahmen einzuleiten und die Intensität der Gewebeschäden zu minimieren.

Häufige Anzeichen für einen Herzinfarkt

Schmerzen, die vom hinteren Brustbein ausgehen oder sich über die linke Seite des Brustkorbes erstrecken, sind typische Merkmale für einen Herzinfarkt. Die Schmerzen strahlen vereinzelt zusätzlich auf Hals, Rücken oder den jeweils linken Arm des Patienten ab. Ergänzend gelten Übelkeit, ein ausgeprägtes Schwächegefühl, eine blasse Gesichtsfarbe, Luftnot und kalter Schweiß als Indikatoren für einen Herzanfall.

Behandlung

Der Betroffene sollte als Sofortmaßnahme in eine stabile, bequeme Position gebracht und beruhigt werden, um weitere Anstrengung und körperliche Erregung für den menschlichen Organismus zielführend zu reduzieren. Gerät der Infarktpatient in einen Unruhezustand, erhöht dies den temporären Sauerstoffbedarf des Herzmuskels, wodurch der Betroffene in einen lebensbedrohlichen Zustand versetzt wird. Der behandelnde Notarzt verabreicht Medikamente, die den Herzmuskel beruhigen und dessen Durchblutung anregen. Zusätzlich erhält der Herzpatient Präparate, die seine Schmerzen lindern. Mit Hilfe eines mobilen EKG- Gerätes prüft der Mediziner den Herzrhythmus und veranlasst schnellstmöglich einen Transport ins Krankenhaus.

Diagnose

Ist die Diagnose eindeutig, wenden die behandelnden Fachärzte ein Mittel zur Auflösung des Blutgerinnsels an, wodurch bei frühzeitiger Behandlung bleibende Schäden am Herzmuskel verhindert bzw. eingeschränkt werden können. Wie viele Herzmuskelzellen absterben, hängt von der Lokalisation des Gefäßverschlusses ab. Demnach können sowohl feine Seitenäste oder relativ große Gefäße verstopft werden. Abgestorbene Zellen des Herzmuskels wandeln sich in Narbengewebe um, die direkt die Funktionalität des Herzens einschränken können. Eine Herzinsuffizienz oder eine Herz- Rhythmusstörung sind häufige Folgen eines Infarktes.

Herzinfarkt vorbeugen

Training und gesunde Lebensweise sind nachweisbare Präventivmaßnahmen gegen einen Herzinfarkt.

Generell ist das Zusammenspiel mehrerer objektiv schwach ausgeprägter Einflüsse problematischer als ein einzelner schwerwiegender Risikofaktor. Das wirksamste Instrument, um einem Herzinfarkt langfristig vorzubeugen, ist regelmäßige sportliche Betätigung in Kombination mit einer qualitativ hochwertigen Ernährung. Während das körperliche Training zuverlässig das Herz- Kreislaufsystem verbessert, das Volumen der Herzmasse erhöht und den Herzmuskel kräftigt, dämpft nährstoffreiche Nahrung mit einem hohen Gehalt an antientzündlichen Bioaktivstoffen körpereigene Entzündungsreaktionen.

Sport

Das menschliche Herz reagiert auf die stetig wiederkehrende sanfte körperliche Belastung durch das Training mit einer nachhaltigen Anpassung. Es passt sich effektiv an die Trainingsbelastung an, baut Herzmasse auf und drosselt die Herzfrequenz und den Blutdruck. Demnach pumpt der Herzmuskel je Schlag verhältnismäßig mehr Blut durch einen trainierten Körper als durch einen untrainierten. Deshalb werden die Organe von trainierten Personen im Vergleich zu denen körperlich inaktiver Personen effizienter mit Sauerstoff, Hormonen, Boten- und Nährstoffen versorgt, wodurch die gesundheitliche Konstitution und die Leistungsfähigkeit angehoben werden.

Ausdauertraining und Bewegung

Zusätzlich drosselt das regelmäßige Training aufgrund seiner hohen Hormonausschüttung die Produktion von Stresshormonen, befeuert den Fettstoffwechsel und reguliert die Blutfettwerte. Pro Woche sollten Infarktpatienten jeweils mindestens zweimal für mindestens 30 Minuten trainieren, um die positiven gesundheitlichen Effekte des Sports ganzheitlich ausschöpfen zu können.

Seltenes Training, das in einem unregelmäßigen Rhythmus ausgeführt wird, entfaltet nachweisbar keine positiven Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Laut einer US- amerikanischen Langzeitstudie, optimiert derjenige sein Herz- Kreislaufsystem, der pro Woche zwischen 2000 und 3000 Kilokalorien durch körperliche Betätigung verliert.

Durch ein jeweils 40- minütiges Lauftraining, das dreimal wöchentlich ausgeführt wird, wird dieser gesundheitsfördernde Effekt in der Praxis umgesetzt. Ausdauersportarten wie Radfahren oder Laufen eigenen sich zu diesem Zweck ideal. Allerdings sollte sich die Trainingsintensität grundsätzlich an der persönlichen Fitness orientieren. Wer über keine ausreichende Kondition verfügt, um für 40 Minuten durchgängig sportlich aktiv zu sein, sollte seine Fitness durch schonendes Training langsam aufbauen.

Für fachkundige Informationen sollten Sie sich unbedingt direkt an einen Arzt wenden! Alle Angaben und Informationen sind ohne Gewähr.